Fotowalk mit Canon EF 100 mm f2,0

Seit Monaten steht ein lichtstarkes 100-mm-Objektiv auf meiner Wunschliste. Gerade wird es preisgünstig bei einem Händler angeboten und kurzentschlossen greife ich zu — Preisersparnis und mehrere Wochen Rückgaberecht machen die Entscheidung leichter. Da die Sonne hervorlugt, mache ich in der Mittagspause kurzentschlossen ein paar Aufnahmen.

Fotowalk mit Canon EF 100 mm / f2 (Youtube)

Zunächst packe ich zum Vergleich mein 90-mm-Makro in die Tasche, doch trotz Sonnenschein ist es dann für komplizierte Aufbauten zu kalt. Da ich dieses Fotowalk auch dokumentieren möchte, wird es am Ende doch ein Doppeltest…

Ich fahre also zu einem meiner Lieblingsorte zum Fotografieren und lege los. In der Fototasche habe ich das 100er und sicherheitshalber das 35er. Doch diesmal geht es auch um eine “Dokumentation”, mit der ich Videotechniken erproben möchte. Dafür verwende ich eine Actioncam, aus Kostengründen, aber auch wegen der einfachen Handhabung. Das Weihnachtsschnäppchen Sony AS50 habe ich zurückgegeben und durch eine SJCAM M20 ersetzt.

Lichtstarke 100 mm

Beim Objektiv begeistert mich die Lichtstärke und das Freistellungspotential bei Offenblende. Dafür habe ich es mir gekauft, für Portraits, Reportage oder Streetfotografie. Das paßt natürlich nicht so gut zu einem Fotowalk durch die Natur. Deshalb geht es hier erstmal darum, ob es technisch in Ordnung ist und um Usability.

Der erste Eindruck ist gut, obwohl ich wegen der Naheinstellgrenze von 0,90 m bei Detailaufnahmen schnell an eine Grenze stoße. Bei der Durchsicht in Lightroom sind Bilder bei “normaler” Betrachtung in Ordnung (sogar das berüchtigte Garagentor/-schild). Allerdings bearbeite ich Details in der 1:1-Darstellung und dort bin ich leider nicht ganz so zufrieden. Der Fokus liegt leider nicht immer punktgenau — kann man das mit der internen AF-Feinjustage in den Griff bekommen? Oder muß ich doch weitersuchen..?

Action zur Doku

Auch wenn der Hersteller die M20 (inzwischen) mit 4K bewirbt, verwende ich Full HD mit 25p und werde die anderen Modi bei Gelegenheit ausprobieren. Die Belichtungssteuerung schlägt sich wacker, wird allerdings durch die helle Wasserfläche gelegentlich aus dem Tritt gebracht. Der Bildstabilisator filtert zwar nicht die Schritte heraus — das schafft nur ein Gimbal — aber das Bild zappelt nicht. Auf ein kleines Stativ gestellt und mit einer Powerbank versehen, hält sie beim Fotowalk kaum auf.

Ton…

Bei der ganzen Filmerei stellt sich der Ton wieder einmal als der aufwendigere Teil dar: aus der Actioncam ist zunächst fast gar nicht zu hören, erst recht nicht, wenn ich weiter weg bin (Verstärkung im Postprocessing möglich). Da mir das vorher klar ist, habe ich aus meinem Büro ein Diktiergerät mit Lavaliermikrofon und “toter Katze” dabei, das ein gute Tonqualität liefert. Allerdings ist das anschließende Synchronisieren eine Strafarbeit, zumal Bild und Ton nach mehreren Minuten trotzdem leicht auseinander laufen… Außerdem lernt man, das zusätzliche Mikrofon nicht zu dicht am Mund zu plazieren, da sich die Atemgeräusche sonst so anhören als würde man gleich aus den Latschen kippen.

Fazit

Beim Objektiv bin ich noch unsicher und werde es genau im Rahmen der geplanten Motive ausprobieren müssen. Wenn es dann nicht reicht, muß ich weitersuchen — und leider auch noch lange für die nächste Preisklasse sparen.

Beim Filmen macht die Actioncam Spaß und kann sicher für die Totale gut eingesetzt werden. Damit die Tonqualität stimmt, ist bei Außenaufnahmen unbedingt ein externes Mikrofon notwendig (drinnen komme ich mit einer Webcam gut klar) — und am besten mit direktem Anschluß an die filmende Kamera, da du dir sonst eine Menge Fummelarbeit einbrockst.

Die Bearbeitung in Premiere Elements geht dagegen recht flott (wenn du nicht synchronisieren mußt). Als Alternative steht Pinnacle Studio bereit — wenn ich die Muße dazu habe… Allerdings handhabe ich es ja so, daß ich ein Produkt nicht wechsele, weil ein anderes vielleicht “besser” wäre. Momentan reicht es mir, daß mich Adobe mit seinem Zwangsabo nötigt, über Lightroom und andere Software nachzudenken. So langsam zeichnen sich Alternativen ab. Bleibe dran!

(Alle gezeigten/verwendeten Geräte habe ich selbst gekauft.)

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