Produktvorstellung: Superzoom Tamron 14 – 150 mm für MFT

Die Spiegelreflexkamera ist für mich noch immer die Kamera der Wahl wenn es um Bedienbarkeit und Bildqualität geht. Aber auch ich mag nicht immer zwei bis drei Kilo mitschleppen. Deshalb verwende ich einige Jahre als Kompromiß für “immer dabei” diverse Kompaktkameras, bin aber nie wirklich zufrieden.

Deshalb steige ich vor einiger Zeit bei micro four thirds (MFT ) ein: die spiegellosen Systemkameras bieten fast Spiegelreflexniveau, sind aber deutlich handlicher. Doch die richtige Optik habe ich noch nicht gefunden…

Das Tamron 14 - 150 mm an der Lumix GM1.

Das Tamron 14 – 150 mm an der Lumix GM1.

Die Spiegelreflexkamera Canon EOS 50D wiegt mit Objektiv (EF-S 17 – 85 mm) rund 1.300 g, die kleine Lumix GM1 mit Objektiv (12-32 mm) nur ca. 290 g.

Lumix liefert als Set zur GM1 ein 12-bis-32-mm-Zoom, das ordentliche Qualität liefert, aber wenig Spielraum bei der Brennweite bietet (24 – 64 mm KB). Außerdem muß es vorher immer manuell in Bereitschaft gedreht werden, womit es an Handlichkeit einbüßt. Neben Objektiven aus meinem “Fundus” (per Adapter) verwende ich deshalb gern ein 17 mm von Olympus (34 mm KB). — Es gibt allerdings auch das andere Extrem: das 14 bis 150 mm von Tamron (entsprechend 28 – 300 mm KB).

Immer dabei...

Immer dabei…

Praxistest Tamron 14-150 mm

Da mir Hersteller Tamron freundlicherweise das Superzoom leihweise zur Verfügung stellt, kann ich es einem Praxistest unterziehen. Ich fotografiere also kein Millimeterpapier, sondern nehme es als “immer drauf” ein paar Tage mit. Obwohl es speziell an der zierlichen GM1 sehr groß wirkt, bleibt es handlich und ist auch nicht kopflastig. Das Zoom fährt auch beim Schräghalten nicht aus (der Lock-Schalter ist also unnötig), der Zoomring läßt sich trotzdem angenehm drehen. Bei meinen “normalen” Aufnahmen arbeitet der AF zügig und sitzt, er ist aber nicht rasant. Darüber hinaus gibt es einen manuellen Einstellring zur Fokussierung mit dem ich in die Fokussierung eingreifen kann (wie er genau reagiert, hängt auch vom Kameramodell ab). Ich habe es nicht systematisch ausprobiert, aber bei 150 mm (300 mm) kommt sogar Makrofeeling auf, da die Naheinstellgrenze kurz ist (Beispielbild ohne Hilfsmittel wie Zwischenring oder Nahlinse). Mir gefällt dabei auch das Bokeh.

Man kommt nah ans Motiv.

Man kommt nah ans Motiv.

Manko aus meiner Sicht: Das Objektiv hat leider keine Bildstabilisierung, die bei Panasonic Lumix generell im Objektiv sitzt. Das ist beim Fotografieren weniger ein Problem als beim Filmen, wo Aufnahmen ohne Stativ kaum zu gebrauchen sind. Bei vielen neueren Lumix-Modellen (z. B. Lumix GX80) gibt es eine Bildstabilisierung nun auch im Gehäuse, was mit dem Tamron prima funktioniert. Bei Olympus ist die Stabilisierung generell im Body untergebracht (dementsprechend ist manches Olympus -Objektiv ein Schnäppchen). Apropos: Die Brennweite “Zoom” wird bei diesem Objektiv manuell eingestellt, was ich beim Fotografieren angenehm finde, beim Filmen braucht man für eine Kamerafahrt ohne motorische Unterstützung ein ruhiges Händchen.

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Wenig MFT-Objektive…

Mit Einführung von MFT wurde ja quasi die Revolution gegenüber Spiegelreflex angekündigt: kleiner, leichter, billiger als SLR. Ohne jetzt jedes Detail durchgehen zu wollen: ich kann das nicht bestätigen. Die Kameras sind kleiner und leichter, aber kaum preiswerter (vergleiche z. B. eine Canon EOS 1300D im Set für unter 400 Euro, im Angebot sehr nah an 300 Euro). Die Baulänge der Objektive schrumpft aber leider nicht im gleichen Maße wie die Dicke der Gehäuse, dazu kommt der Crop-Faktor von 2. Was aber auch hier wieder auffällt: Das Objektivangebot ist im Vergleich mit KB oder APS C überschaubar. Von Tamron ist das 14 – 150 mm das einzige MFT-Objektiv, von Sigma gibt es drei Festbrennweiten. Dazu kommen Nischen wie Samyang (ohne AF und so) sowie Voigtländer (auch ohne AF und so, dafür sehr teuer) — alles andere stammt von Olympus oder Panasonic selbst. Das macht es nicht einfach, für sich das “richtige” Objektiv zu finden und wirkt sich ungünstig auf die Preise aus.

Das Zoom deckt einen sehr großen Brennweitenbereich ab.

Das Zoom deckt einen sehr großen Brennweitenbereich ab.

Einen Überblick zu Alternativen habe ich bereits vor einiger Zeit in “Fremdgehen mit Micro Four Thirds” gegeben (Preisrecherche Ende Juni 2017 bei Amazon — Preise sind aber z. T. stark schwankend. Vorsicht, es gibt auch einige wenige FT ohne micro):

 

Vergleich Tamron 14 - 150 mm mit Lumix 12 - 32 mm.

Größenvergleich Tamron 14 – 150 mm zu Lumix 12 – 32 mm
(jeweils auf 14 mm eingestellt).

Fazit Tamron 14 – 150 mm

Soll ich nun meine “immer drauf” Optik eintauschen? Wenn MFT das Hauptsystem ist und du dich nicht mit Details aufhalten willst, ist das Tamron 14-150 mm eine gute Das Objektiv wiegt nur knapp 290 g.Universallösung (sofern deine Kamera die Bildstabilisierung direkt unterstützt, sonst würde ich auf die Lumix-Objektive ausweichen).

Das Objektiv wiegt nur knapp 290 g.

Da ich mir die kleine GM1 ja ausdrücklich als “Hosentaschenkamera” gekauft habe, ist mir das Tamron trotz der kompakten Bauweise doch zu groß (ebenso das Lumix 12-32 mm). So werde ich (vorerst) bei der 17-mm-Festbrennweite bleiben bzw. sogar das 14-mm-Objektiv von Lumix in Betracht ziehen. Diese Objektive sind sehr flach (Pancake) und fahren im Betrieb nicht weiter aus, allerdings sind beide ohne Bildstabilisierung. Ich muß überlegen zu einer Lumix mit eingebauter Bildstabilisierung zu wechseln, die aber alle größer als die GM1 sind. Das Standardzoom wiegt übrigens etwa 72 g, das Tamron fast 290 g — dafür hat es allerdings auch einen manuellen Fokusring, der beim Lumix-Zoom fehlt (der Ring ist zum Ausfahren des Objektivs und fürs Zoomen). Da ich mir bei MFT keine kostspielige Parallelwelt zur Spiegelreflex aufbauen will, werde ich andere Brennweiten über Adapter mit meinen KB-Objektiven realisieren. Dank der Popularität der Sony-Alpha-7-Reihe gibt es auch für MFT zunehmend Adapter, die auch die elektronische Blendensteuerung, Exif-Daten und sogar AF und Bildstabilisierung der Canon -Objektive unterstützen können wollen. Wenn das zuverlässig funktioniert, wird dies voraussichtlich mein Kompromiß werden.

 

Das Tamron 14-150 mm wurde mir vom Hersteller Tamron leihweise ohne redaktionelle Auflagen zur Verfügung gestellt. Alles andere stammt aus Privatbesitz. Gefilmt mit Sony QX10, interne Mikrofone, Belichtungskorrektur durch Adobe Premiere Elements.

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