Lightroom-Export-Preset: Fotos mit Exif-Daten beschriften.

Ein dicker Pluspunkt von Digitalkameras ist das automatische Protokollieren von Daten per Exif. Mutti freut sich, daß sie mit automatischer Angabe des Datums nicht mit Vati diskutieren muß, wann genau der Italien-Urlaub war. Und der engagierte Fotograf hat Aufnahmedaten wie Verschlußzeit oder Blende jederzeit parat.

Technische Daten automatisch hinzufügen.

Technische Daten automatisch hinzufügen.

Jederzeit? Leider nicht, denn diese technischen Angaben schreibt die Kamera in die sog. Exif-Daten, einem speziellen Bereich der Bilddatei, der nicht sichtbar ist. Doch wie kann man sie mit Lightroom nutzen?

Prinzipiell sind die Exif-Daten erstmal versteckt. Du kannst sie dir zwar in unterschiedlicher Ausprägung sowohl in der Bibliothek als auch dem Entwickelnmodul von Lightroom anzeigen lassen, aber nicht ohne weiteres in Bildern verwenden. Mit Bordmitteln kannst du dazu das Druckmodul verwenden. Das geht eigentlich ganz gut, läßt aber kaum einen Gestaltungsspielraum.

Mogrify für Exif-Metadaten

Mogrify ist als kostenloses Plugin für Lightroom zwar bekannt, aber kaum jemand reizt es so aus wie ich — weshalb ich meine Erfahrungen auch in einem Buch zusammengefaßt habe (E-Buch/gedruckt). Eine tolle Funktion des Plugins ist das Auslesen von Metadaten. So kann ich mir ähnlich meines Kamerasucher-Looks auch eine Vorlage für die technischen Angaben anlegen:

  • Brennweite (KP-Äquivalent)
  • Belichtungszeit
  • Blende
  • Empfindlichkeit

{focalLength} ({focalLength35mm} KB) | {shutterSpeed} | {aperture} | {isoSpeedRating}

… sowie Hersteller und Modell. Darüber hinaus kann auf IPTC-Einträge zugegriffen werden und Mogrify kann noch ein paar andere Daten hinzudichten, z. B. Numerierung. Das ganze bette ich in Mogrify in eine Konstruktion aus Rahmen und Textanmerkungen ein.

Technische Daten aus den Exif-Einträgen verwenden.

Technische Daten aus den Exif-Einträgen verwenden.

Als “Speicherort für Export” (Lightroom Standard) stelle ich für dieses Preset “Ordner später wählen” ein, damit es universell nutzbar ist. Für meinen persönlichen Gebrauch habe ich mir allerdings einen speziellen Ordner “YT Beispielbilder” in meinem Videodateiverzeichnis angelegt, damit ich die Bilder griffbereit habe. Dementsprechend passe ich bei “Bildgröße” (Lightroom Standard) die Bilder auf das verwende Full-HD-Format von 1920 x 1080 Pixel an — wenn du das nicht brauchst, einfach Häkchen löschen.

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Praxis: Technische Daten anzeigen.

Die Vorlage halte ich möglichst universell, erst recht, wenn ich das Preset zum Download anbieten möchte. Deshalb verlasse ich mich bei der Angabe der technischen Daten allein auf die Exif-Einträge. Was genau dort drin steht, handhaben die Hersteller allerdings recht unterschiedlich. Ich weiß nicht, ob unvollständige Angaben aus Platzgründen entstehen oder Nachlässigkeit… Bei meiner Stichprobe ist Panasonic der Streber: die Angaben für Hersteller, Modell und Objektivbezeichnung passen perfekt zusammen, sogar das Kleinbildäquivalent zur Brennweite wird korrekt angegeben.

Panasonic DMC-GM1 mit LUMIX G VARIO 12-32/F3.5-5.6

Panasonic DMC-GM1 mit LUMIX G VARIO 12-32/F3.5-5.6

Canon Canon EOS 50D mit EF55-200mm f/4.5-5.6 II USM.

Canon Canon EOS 50D mit EF55-200mm f/4.5-5.6 II USM.

Bei Canon kommt es zur Dopplung, weil der Herstellername auch beim Modellnamen auftaucht — dafür fehlt er bei der Objektivbezeichnung (es könnte ja auch von Tamron sein — wo man ebenfalls den Hersteller nicht angibt…). Auch die Kleinbildentsprechung für die 150 mm an APS C wird leider nicht geliefert (wäre 240 mm KB).

Wenn dich solche Lücken stören, kannst du das Textfeld natürlich jederzeit von Hand ergänzen, beispielsweise für einen Objektivtest, wo der Herstellername fehlt oder für einen Projektnamen. Solange du das Preset nicht erneut speicherst, bleibt die universelle Version erhalten und du kannst später problemlos wieder darauf zurückgreifen.

Feineinstellungen

Bei meinem ersten Bild oben fehlten ursprünglich die Exif-Daten komplett, weil ich ein Analogobjektiv nutze (das keine Exif liefert) und der (mechanische) Adapter sowieso keine Daten überträgt (Tamron SP 90 mm Makro Adaptall2). Wenn es nicht zuviele Bilder sind, kannst du Exif-Daten mit dem Plugin Lens Tagger von Hand einpflegen. Da ich das Objektiv sowohl an APS C (CF 1,6) als auch MFT (CF 2) verwende, habe ich keinen Crop-Faktor (CF) hinterlegt.

Das Export-Preset “Technische Daten YT” stelle ich zum kostenlosen Download bereit. Aus technischen Gründen muß ich das Preset als ZIP-Datei verpacken. Nicht wundern, es handelt sich trotzdem nur um eine simple kleine Textdatei, die du in Lightroom bei den Export-Presets importieren mußt (rechter Mausklick auf die Presets –> Importieren…). Es funktioniert natürlich nur, wenn du auch Mogrify installiert hast! — Alle Angaben ohne Gewähr, Benutzung auf eigene Gefahr.

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