Lightroom: Beim Backup die Presets nicht vergessen.

Manche Nutzer machen es sich mit dem lästigen Backup ganz einfach: Sie sichern mit einem speziellen Programm jeweils die komplette Festplatte, inklusive Betriebssystem, Programmen und eigener Werke. Solange alles wichtige auf genau eine Platte paßt, ist dies keine so schlechte Idee.

Doch wer ambitioniert fotografiert, kommt meist nicht mit einer Platte aus. Außerdem ist es auch sinnvoll, Betriebssystem und Software auf eine schnelle (aber teure) SSD zu packen. Zum “Lagern” von Bildern reicht eine normale Platte (HD) dagegen vollkommen aus, ist deutlich preiswerter und bietet ein Vielfaches an Speicherkapazität. Doch damit wird das Backup etwas komplizierter, vor allem wenn man fast ausschließlich mit Word Manuskripte schreibt und mit Lightroom Fotos verwaltet und bearbeitet. — Ich sichere deshalb manuell, was leider gefährlich für die Presets sein kann…

Am Betriebssystem und der verwendeten Software ändert sich fast gar nichts, warum soll ich die immer mitsichern und mich dabei u. U. von einer speziellen Backup-Software abhängig machen? Ich nutze dazu ein Synchronisierungstool für die Ordner “Manuskripte” und “Fotoarchiv” und kann somit die Dateien des Backups unmittelbar nutzen. Doch gerade bei der intensiven Arbeit mit Lightroom hat dies durchaus seine Tücken: Klar, Fotos und der aufwendig bearbeitete Katalog werden mindestens einmal die Woche gesichert.

Doch warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Im Laufe der Zeit sammeln sich unscheinbare kleine Schätze an, die bei dieser Methode verloren gehen würden: individuelle Einstellungen in Form von Vorgaben (Presets). Das wären zum Beispiel:

Exporteinstellungen — fein ausgeklügelt und so selbstverständlich da, daß man sich nach einem Verlust wohl kaum an die notwendigen Details erinnern würde.

Entwicklungseinstellungen — zum Beispiel für einen Lomo-Effekt oder ein Farbnegativ.

Druckvorlagen — etwas umständlich in der Handhabung und deshalb doppelt wertvoll, wenn sie endlich funktionieren (wie beispielsweise die Paßfoto-Vorlage).

 

Wo sind die Presets?

Leider werden diese speziellen Dateien gut im System versteckt, zum Glück aber in der Regel zusammen in einem großen Ordner. Auf der Suche nach dem Speicherort gibt es einen Kniff...Am einfachsten findest du ihn, wenn du in Lightroom mit der rechten Maustaste auf eine (eigene) Vorgabe klickst und so das Kontextmenü hervorzauberst. Dort gibt es die hilfreiche Funktion “Im Explorer anzeigen”, die den richtigen Ordner direkt im Dateisystem (Dateimanager bzw. Finder) öffnet.

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Auf der Suche nach dem Speicherort gibt es einen Kniff…

Du landest “irgendwo” im System wie C:\Users\[dein_name]\AppData\Roaming\Adobe, wenn nichts dazwischen kommt, ist dort gleich der Ordner “Lightroom” ausgewählt. Das ist in der Regel die Standardeinstellung. — Von nun an schließst du diesen Ordner in das Backup ein, und die Sicherungskopie ist wieder ein Stückchen sicherer geworden.

Presets automatisch sichern.

Es gibt aber noch einen zweiten Weg. Was wir eben noch schnell über das Kontextmenü gecheckt haben, findet sich bei “Bearbeiten | Voreinstellungen -> Speicherort”. Die Schaltfläche “Lightroom-Vorgabenordner anzeigen…” macht das gleiche. — Aber du kannst noch ein Häkchen setzen: “Vorgaben mit diesem Katalog speichern” bewirkt, daß die Presets als “Lightroom-Einstellungen” in den Katalog-Ordner gepackt werden. So hast du sie immer griffbereit und mußt keine Suchakrobatik machen.

Die Sache hat zwei kleine Haken:

Hast du in Lightroom schon eine Zeit gearbeitet und eigene Presets angelegt, sind diese nach diesem Häkchen erstmal “weg”. Doch keine Panik, wenn du sie sofort aus oben genannten Standardordner in den neuen Ordner “Lightroom-Einstellungen” kopierst, geht es verlustfrei weiter (nach einem Neustart von Lightroom).

Verwendest du mehrere Kataloge — was in 99,78 Prozent der Fälle Unsinn ist — ergeben sich u. U. Abweichungen, je nachdem was du für diesen Katalog jeweils installiert hast. Falls dich das stört, mußt du (wie oben genannt) die Ordner synchronisieren. So lange unterschiedliche Anwendungen (Presets) unterschiedliche Namen haben, geht dabei nichts verloren.

Die Liste der Presets ist lang (hervorgehoben sind die Standardordner). Bei mir sind es schon 28 Verzeichnisse, zum Teil sogar mit Unterordnern. Allerdings sind einige auch leer, vermutlich als Überbleibsel von irgendwelchen fertigen Sets, die sich nicht bewährt haben.

  1. Auto Layout Presets
  2. Color Profiles
  3. Develop Presets
  4. Device Icons
  5. Email Address Book
  6. Export Actions
  7. Export Presets
  8. External Editor Presets
  9. Filename Templates
  10. Filter Presets
  11. FTP Presets
  12. Import Presets
  13. Keyword Sets
  14. Label Sets
  15. Layout Templates
  16. Local Adjustment Presets
  17. Locations
  18. Metadata Presets
  19. Modules
  20. Preferences
  21. Print Templates
  22. Slideshow Templates
  23. Smart Collection Templates
  24. Text Style Presets
  25. Text Templates
  26. Watermarks
  27. Web Galleries
  28. Web Templates

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