Kalender 2012 und alle Jahre wieder… [Update]

Alle Jahre wieder — grübelt man über originelle Geschenke zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel. Wer das ganze Jahr über schöne Fotos macht, kann mit einem selbst gestalteten Kalender durchaus Kalender selbst gemacht mit PhotoshopPluspunkte sammeln. Doch wie geht man es an? — Man kann…

  1. … im Bastelbedarf einen Leerkalender kaufen und Fotos, Bilder oder Collagen hinein kleben.
  2. … einen Fotodienst in Anspruch nehmen und alles aus einem Guß bestellen.
  3. … mit einer Bildbearbeitung selbst einen Kalender gestalten.

Kalender selbst gemacht mit Photoshop

Da man bei Vorschlag 1) und 2) auf wenige vorgegeben Vorlagen angewiesen ist, möchte ich 3) ausprobieren. Dabei geht es zugegebenermaßen nicht nur um das Ergebnis, sondern auch um das Selbermachen — der Weg ist das Ziel…

Dieser Workshop wurde mit Photoshop entwickelt, könnte aber auch mit anderen Bildbearbeitsprogrammen funktionen, sofern sie mit PDFs umgehen können.

Die Auswahl der Bilder ist in diesem Jahr ziemlich einfach, weil ich im Projekt “52pics” bereits peu à peu geeignete Bilder über das Jahr sammele. Deshalb habe ich nicht nur eine schöne Auswahl, sondern sie paßt auch schon gut zu den Jahreszeiten. Fehlt nur noch das Kalendarium. Es mit einem Raster selbst anzulegen ist eine ganz aufwendige Fleißarbeit und nicht besonders kreativ, da muß eine andere Lösung her…

Tipp: Wenn man einen Kalender plant, sollte man vorab 12 oder 13 (Titelblatt) Bilder aussuchen und dabei auf einen Bezug zu den Monaten achten oder ein durchgängiges Thema verfolgen. Damit später nichts dutcheinander kommt, die Bilder schon im Dateinamen entsprechend numerieren.

Aktionen und Skripte

Muß man ja das Rad nicht neu erfinden, wenn es schonmal jemand gemacht hat. In Photoshop gibt es dazu Aktionen und Skripte (ähnlich Makros in anderen Programmen) mit denen Arbeiten automatisiert werden können — wie eben 52 Wochen auf 12 Kalenderblätter zu verteilen.

Bei PSD-Tutorials finde ich eine schöne Aktion “Fotokalender” für PS ab CS3 — leider nur für 2011 (das lohnt wohl nicht mehr). Auf der Homepage des Entwicklers findet man u. a. eine PS-Aktion für 2012, allerdings nicht zum freien Download. Für 2012 geeignet und bis zu einem gewissen Grad konfigurierbar ist das Skript “Jeffrey’s Photoshop Calendar-Template-Building Script” für Photoshop ab CS3. Immerhin kann man das Kalendarium an deutsche Gepflogenheiten anpassen. Das Ergebnis ist für meinen Geschmack allerdings etwas “overdesignt” und eine nachträgliche Anpassung zwar möglich, aber bei 12 Blättern auch recht aufwendig. Und außerdem ist diese Lösung nur jeweils nur einmal zu gebrauchen und ein Jahr später geht die Sucherei wieder los.

Kalender als PDF

Es muß also ein “Plan B” her, da ich keine befriedigende Lösung direkt in Photoshop finde. Es gibt eine Menge Generatoren und Vorlagen für alle möglichen Kalender. Wenn diese am Ende ein PDF zur Verfügung stellen, kann man sie nach Photoshop importieren. Ein Kalender als PDF kann eine Arbeitsgrundlage werden...Ein ordentliches PDF ist im Prinzip eine PostScript-Datei und kann von Photoshop relativ gut weiterverarbeitet werden (eine “unordentliche” Datei wäre ein eingebettetes Bild ohne Vektoren).

Ein PDF kann eine gute Arbeitsgrundlage werden…

Ich entscheide mich für “Free Online PDF Calendars” wo ich die benötigten Monatskalender bis 2038 generieren kann. Gut ist auch, daß man die Sprache (für die Wochentage) sowie den Wochenanfang einstellen kann (nach DIN/ISO ist es in Deutschland Montag). Die Größe ist für das Projekt nicht entscheidend, da man später bequem in Photoshop skalieren kann. Auswählen sollte man allerdings die Ausrichtung “landscape” (Querformat) oder “portrait” (Hochformat), je nachdem wo man das Kalendarium später plazieren möchte.

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Kalender importieren

Ich ziehe das PDF einfach auf die geöffnete Arbeitsfläche in Photoshop (sollte schon die gewünschten Kalender-Abmessungen haben) und es erscheint ein Import-Dialog. Mein PDF enthält auf einzelne Seiten aufgeteilt das gesamte Jahr aus dem ich nun den gewünschten Monat auswählen kann.

Kalender als PDF importieren

Kalender als PDF importieren.

Um die Größeneinstellungen kümmere ich mich auch hier nicht, da man die Vektorschriften des PDFs auch später noch verändern kann. — Im Grunde genommen ist das auch schon der ganze Trick, denn jetzt geht es mit üblichen Methoden weiter: Aufbau des KalendersDer Kalender liegt auf einer eigenen Ebene und kann entsprechend bearbeitet werden. Die Ebenen-Übersicht zeigt exemplarisch den Aufbau von oben nach unten:

Aufbau des Kalenders in Photoshop

  1. Der Kalender nicht nur skaliert, sondern auch mit Ebenenstilen versehen (das geht mit den von anderen oft vorgeschlagenen JPG-Importen nicht). Durch “Schlagschatten” und “Schein nach außen” erscheinen die Tage plastischer”. “Weiches Licht” als Ebenen-Verknüpfung lohnt sich besonders bei farbigem Hintergrund.
  2. Darunter das Foto und eine — nicht verknüpfte (kein Kettensymbol) — Maske, die den für das Kalendarium reservierten Bereich abdeckt. So kann man das Bild problemlos skalieren und verschieben.
  3. Optional eine Einstellebene “Volltonfarbe” für den Hintergrund: Für den sachlichen Stil schwarz oder weiß — wenn man es farbiger mag, sollte man mit der Pipette eine Farbe aus dem Bild aufnehmen.

Kalender sachlich gegliedert Farbige Variante des Kalenders

Kalender sachlich gegliedert oder als farbige Variante.

Finish

Wie bringt man den Kalender zu Papier? Wer einen guten (Farb-) Drucker hat, kann es gleich zu Hause erledigen. Doch wenn man es nicht ganz so eilig hat, gibt es zwei Alternativen:

  1. Viele Copyshops drucken inzwischen auf ihren Superkopierern auch mitgebrachte Dokumente aus. Meist sind es im Prinzip Farblaserdrucker, selten steht ein spezieller Farbtintenstrahler zur Verfügung. Kosten zwischen 50 Cent und 1 Euro pro DIN-A4-Blatt. — Auf dem Papier kann man gut Eintragungen vornehmen, die Bildqualität des Fotos ist allerdings nicht optimal.
  2. Man läßt den so angefertigten Kalender bei seinem Lieblingsfotodienstleister einfach als “Foto” belichten bzw. drucken. Kosten ab 50 Cent. — Das Foto ist entsprechend gut, Notizen kann man auf dem glatten Papier meist nicht so gut machen.

Da für mich bei einem Wandschmuck das Bild Vorrang hat, entscheide ich mich für die zweite Variante. Eventuell suche ich mir noch einen Kalender-Generator, der ein schmaleres Kalendarium erzeugt, denn ich möchte damit keine Termine verwalten, sondern er soll nur der Orientierung dienen. Wenn man die zwölf Monate nicht als Einzelblätter in einer Mappe aufbewahren möchte, kann man sie mit einer Bindemaschine zusammenfassen oder man locht sie und setzt sie auf ein “Nagelbrett”.

[Update]

Die eingangs genannte Aktion “Fotokalender” ist nun auch in einer Variante 2012 A3 quer verfügbar. Allerdings werden bei Photoshop-Tutorials dafür 50 Punkte fällig (also sparsam mit dem Begrüßungsbonus umgehen).

Kalender fast auf Tastendruck

Kalender fast auf Tastendruck.

Die Aktion “Fotokalender” erzeugt neben dem Kalendarium auch ein Passepartout, das eine Variation des Originalbildes verwendet. Die Bilder müssen pro Monat einzeln ausgewählt und die Aktion dann entsprechend gestartet werden.

Tipp: Wenn man aufgefordert wird ein Bild auszusuchen, sollte es aus nur einer Ebene bestehen (oder einfach ein JPG sein), da die Aktion sonst eventuell nicht das Bild, sondern andere Elemente verarbeitet.

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